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Mittwoch, 15. September 2010

Sommerpause ade!

Ja, er war da. Der Sommer. Gefühlte 2,5 Tage. Aber immerhin. Er war da. Und wir haben ihn für eine kurze Sommerpause genutzt. Doch jetzt sind wir wieder da. Mit Neuigkeiten, die uns den Sommer in Zukunft etwas verlängern könnten. Zumindest symbolisch gesehen:

Bild via myspace.com



























Das kalifornische Surflabel Hollister eröffnet noch in diesem Herbst einen Shop im Centro Oberhausen. Nach dem ersten Store in Frankfurt und einem weiteren im Hamburger Elbe Einkaufszentrum ist nun Oberhausen der dritte,deutsche Standort der Tochterfirma von Abercrombie&Fitch - der unangefochtenen Lieblingsmarke aller Amerika-Reisenden. Denn so kann auch bald der größte Hinterwäldler mit stolz geschwellter Brust einen sündhaft teuren College-Pulli mit protzigem Logoprint zur Schau tragen. Früher ein klares Statement für eine Reise über den großen Teich, heute nur eine Frage von Bahncard oder Auto.
Und woher wir das wissen? Man hat uns doch tatsächlich mitten auf der Kö zu „rekrutieren“ versucht. In brüchigem Deutsch mit amerikanischem Akzent. Und – natürlich - im Surferlook mit luftigen FlipFlops bei ca. 12°C. Warum? Damit wir im knallroten Baywatch-Bikini (oder wahlweise oben ohne in roter Badeshorts) mit weiß beschmierter Sonnencreme-Nase vor dem Laden stehen und uns von einer Horde Teenies angaffen lassen? Nein, danke.
Wer sich von der Stellenbeschreibung angesprochen fühlt: Di, Fr und Sa sind die offiziellen Castings.








Dienstag, 29. Juni 2010

Die Photoshop-Generation


Eigentlich wissen wir es ja alle. Eigentlich sind wir ja aufgeklärt. Eigentlich ist es kein Geheimnis mehr, dass heutzutage jede Falte, jede Unreinheit und jede Delle wegretuschiert wird. Eigentlich.
Und doch schaffen wir es immer wieder, der vorgegaukelten, schönen Photoshop-Welt zu verfallen. Wir bestaunen die porenfreie Haut der Models, die glänzenden, gesunden Haare, die perfekt geschwungenen Wimpern, die zarte Sommerbräune und die straffen Kurven (selbst bei den molligen Darstellerinnen in der Dove-Werbung). Schlechte Laune, Neid und vor allem Selbstzweifel sind die Folge.

Umso schöner, wenn dann doch mal die Wahrheit ans Licht kommt. Wir haben keine Ahnung wie bryanboy es geschafft hat (und eigentlich wollen wir es auch gar nicht wissen), aber seine Fotos von der unretuschierten Madonna aus der aktuellen Louis Vuitton Kampagne sind wahrlich ein kleiner Aufdeckungs-Skandal. Für ihre 50+ sieht sie ohne Frage immer noch fantastisch aus – aber eben nicht perfekt! Kleine Fältchen, ein leichter Glanz auf dem Gesicht und Poren, die man endlich sehen kann! Wie herrlich!




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Voilá,einmal Photoshop und zack sieht das ganze gleich so aus!





Bilder via bryanboy.com


Dienstag, 23. Februar 2010

CUSTOMIZE by Monki

Der Do-it-yourself Trend ist ja seit den 70er immer mal wieder in Mode: Strickschals, Häkelmützchen, selbst genähte Taschen… Jüngst waren es Batik-Muster, die uns Hobby Designern Spaß bereiteten (noch spaßiger war allerdings die kommerzielle Version von American Apparel).
Die Krönung aller Customize-Produkte ist wohl aber die Destroyed Jeans. Jeder hat sie, jeder liebt sie, jeder will sie - und daher wird ihr nun einmal mehr Tribut gezollt:
Das schwedische Label Monki läd Denimfans und Do-it-yourself Begeisterte am Samstag, 27.02.2010, zu einem offenen Workshop ins Westwerk, Admiralitätstraße 74, in Hamburg ein. Zur Inspiration haben die verspielten Schweden 11 kreative Talente aus der Branche eingeladen:



Anna Bender / bloggerin
Anna Wegelin / modedesignstudentin
Britta Thie / model
Carina Vinck / grafikdesignerin
Caroline Loebbert / künstlerin
Julian Niznik / fotograf
Ksenia / blogger
Lara Natascha / bloggerin
Laura Dunkelmann / stylist
Sonja Erb / goldschmiedin
Verena Braun / comiczeichnerin

…wir haben das dumpfe Gefühl das zwei Namen fehlen.





Am Ende des Tages wandelt sich der Workshop dann in eine Vernissage - inklusive Vorstellung der neuen Monki Cool Jeans Kollektion- mit anschließender Party. Es gibt „bunte Bonbons“ und 90er Jahre Musik.
Noch Fragen ? Schnappt euch eure Lieblingsjeans und auf nach Hamburg!


ACHTUNG: Der Workshop ist frei für alle. Anmeldungen für die Party bis zum 26.02 auf monkiworld.com/cooljeansparty !



Bild via monkiworld.com/press

Mittwoch, 10. Februar 2010

PARIS, mon amour

Voilà, während Textilhersteller aus aller Welt seit gestern auf der Première Vision in Paris zusammen kommen und die neusten Materialtrends, Druckverfahren oder Denimwaschungen präsentieren, haben wir im Auftrag von Sportswear International auf der Messe nach tollen Looks der Besucher Ausschau gehalten. Neben dem typischen Pariser Chic waren ebenso die urbanen Stadtkinder vertreten – von Tokio über Mailand, Rio und Sydney bis hin zu Los Angeles. Per Zufall sind wir bei unserer Suche auch auf einen Schüler von Mode-Altmeister Walter Van Beirendonck gestoßen, der mittlerweile für die Accessoire und Schuhkollektion des bizarren Designers verantwortlich ist.
Wer der Glückliche ist, dürft ihr selber herausfinden…












PS: Für alle die sich zufällig in Paris aufhalten: Morgen, 15 Uhr, WGSN Trendvortrag in Raum 305! Für alle anderen gibt es die Trends und Prognosen demnächst hier. Gut, dass es Stilgeflüster gibt, wa?

Montag, 1. Februar 2010

Jetzt mal Butter bei die Fische

Für alle, die lange Messenachberichte gähnend langweilig finden.
Unser persönliches Best-Off der Bread & Butter. Stark gekürzt und leserfreundlich.


KONZEPT
DIESEL lag mal wieder ganz weit vorn – nicht nur die neue Werbekampagne BE STUPID, eine Hommage an die Dummheit, ist ein Geniestreich. Nein, auch das Standkonzept ist einen Blick wert. Eben diese Aufforderung wurde messegerecht in riesigen, bunten Lettern vor dem DIESEL-Tempel inszeniert. Ein Hoch auf die Dummen dieser Welt! Adidas hingegen wollte eher mit seinen Reizen geizen und errichtete ein komplett weißes Schlauchlabyrinth um den eigenen Stand, das nur durch ein paar typisch blaue Logos aufgelockert wurde. Replay hatte mal wieder den Rollrasen ausgerollt, die Dsquared-Crew bereitete neben Cocktails auch passend zu den eisigen Temperaturen Glühwein und zu dem knallpinken Fornarina-Karussell mit Modepüppchen bleiben ja wohl keine Fragen mehr offen. Oder?!

GOODIE
Für semi-professionelle Messebesucher spielen die sogenannten Goodies eine ganz große Rolle. Wer die meisten Goodies mit sich trägt (Taschen, Tüten, Magazine, Shirts, Blöcke, Stifte, Schlüsselanhänger…), hat gewonnen. Oder so ähnlich.
Das beste Goodie der Bread & Butter 2010 war für uns die hellblaue Boss Orange Jute-Tasche, gespickt mit einem originalen Boss Orange Shirt mit Papageien-Print. Winterlich hingegen ging es bei Pepe Jeans London zu, die blaue Plüschohrenschützer verteilten. Zwar nicht ganz so schön, aber allemal wettertauglich.

STIL
Stilbarometer der Messe waren dieses Mal nicht die neuen Kollektionen der Aussteller, sondern vielmehr die Streetstyles, die das Publikum selbst zur Schau trug. Liebe Männer, in der nächsten Saison steht jedenfalls eins fest: Die Hose MUSS in die Stiefel. Muss. Muss. Muss. Das bei diesem Trend aber auch einiges schief gehen kann, ist uns allen klar. Deshalb: Nur mit robusten Bikerboots kombinieren, die locker, vielleicht sogar auch etwas zu locker, an der Wade sitzen. Denn: Die klassische Pellwurst gibt’s auch am Bein.
Für die Mädels hält sich irgendwie immer noch der Nerd-Chic, gepaart mit 80er Rockeinflüssen. Die Garderobe des Liebsten steht natürlich auch noch zur Verfügung. Weite Blazer, Boyfriendjeans und die übergroße Nerdbrille gaben bei den Mädels den Ton auf der Messe an.

PARTY
Neben der Opening Party der Bread & Butter gab es definitiv noch ein Highlight der Modewoche. Nein, nicht Diesel, Boss oder Adidas haben es mit ihren sicherlich ganz passablen Feiern auf unsere Liste geschafft. David gegen Goliath, unser Highlight: die WESC-Party.
Nur wer den Namen des Labels richtig aussprechen konnte, kam rein. Gut, auf der Gästeliste musste man auch stehen. Da wir beide Voraussetzungen erfüllten, war der Weg in Berlins wohl urigste Partylocation frei, schlicht und einfach: die Villa. Ein mehrstöckiges, altes Gebäude, das genauso gut für den nächsten Teil des Blair Witch Projects hätte dienen können. Gekoppelt mit 90er Jahre Hip Hop Klängen, entstand jedoch der typische Berliner Charme. Ob die Bretter nun knacken oder die Scharniere quietschen - Den Gästen war’s egal. Uns auch.

Mittwoch, 27. Januar 2010

BERLIN CALLING

ein Messenachbericht

















Wer letztes Jahr dabei war, musste einfach wieder kommen: Vom 20. bis zum 21.01 gab es in Berlin nur eins: Brot und Butter! Über 600 Händler, 8 verschiedene Segmente, Fachpublikum aus 100 Ländern dieser Welt und 400 mal12 Meter geballtes Weiß.
Weiß? Mit einer unglaublichen Architekturkonstruktion aus weißen Luftpolstern wurde die Denim Base, das Herzstück der Messe, winterfest gemacht. Und der Luna Park, in dem man letztes Jahr im Sommer noch in der prallen Hitze für die G-Star Show anstand, wurde schlichtweg zum Original Sin Saloon umfunktioniert - ein fantastisches Zirkuszelt im Saloon-Stil wie aus einem Karl May- Western.

Und genau dort fing alles an: Nachdem die Messebauer nach und nach dem fabrikhallenähnlichen Flughafengelände urbanes Leben eingehaucht hatten, trafen sich Aussteller, Organisatoren und die Modeszene Berlins zur alljährlichen Opening-Party. Rein kam man nur mit Ausstellerpass (wie gut, dass es sowas auch für Praktikanten gibt!) Einmal drin begann das Modespektakel auf Denim-Ebene: Nach einer kurzen,knackigen Eröffnungsrede von Mode(bürger)meister Klaus Wowereit feierten ausgelassene Aussteller auf dem anschließenden Konzert von The Boss Hoss den Startschuss für die erste Winter-Bread & Butter in Berlin. Okay, den Acts der letzten Messepartys wie Mando Diao oder The Hives können sie rein musikalisch nicht das Wasser reichen – in Show und Entertainment stehen die sieben Neuzeit-Cowboys ihren berühmten Kollegen allerdings in nichts nach.






















Dass der nächste Morgen verkatert begann, ist an dieser Stelle überflüssig zu erwähnen. Den ein oder anderen - kostenlosen - Pitcher mit Bier hätte man dann doch lieber weglassen sollen…Nichts desto trotz begann die Messe wunderbar: Gleich am ersten Tag drängten sich die Menschen durch die Hallen, von Sport & Street über Superior Man/ Woman zu L.O.C.K. (nein, nicht die Marke von H&M), dem „Baby“ von Karl-Heinz-Müller. Viel mehr wollte der Gründer und Veranstalter der Messe dann aber auch nicht verraten – offizielle Besucherzahlen sind streng geheim.



















Doch das ist nur ein Teil des Mythos Bread & Butter. Die Messe lebt geradezu von ihren Austellern, die verschiedener nicht sein könnten:
Von Ed Hardy, Rich&Royal und Fornarina über Guess, Replay und Pepe Jeans bis hin zu den Urgesteinen wie Adidas und Converse. Man hört deutsch und englisch, ein bisschen dänisch und niederländisch, aber vor allem italienisch. Es entsteht das Gefühl, die ganze Welt sei hier vertreten. Für uns ist sie das auch.

Wir könnten noch ewig weiter schwärmen. Zum Beispiel von dem Fornarina-Model, das auf einem pinken Karussell den lechzenden Männer im wahrsten Sinne den Kopf verdreht hat, von den Messe-DJs, die auf einem riesigen, blauen Leuchtkubus den Messebesuchern leisen Elektro aufgelegt haben, oder von der Press Lounge, in der es zauberhaften Latte Macchiato (!) und kleine Snacks aufs Haus gab…
Einige von uns wollen auch MTV-Moderator Klaas am Stand getroffen haben, oder auch die kleinen Ochsenknecht-Brüder beim Feiern erwischt haben. Wiederrum andere erzählen Geschichten von Hillary Swank, die keinen Tisch im Restaurant bekommen haben soll, weil der Wirt sie auf ihr Betteln „ But I’m a hollywood star and Quentin Tarrantino recommended this restaurant to me“ schlicht und einfach mit „ Kenn ich nicht.“ nach Hause geschickt haben soll. Und dann gibt es da noch das Mädchen, das Joko von MTV zu seiner eigenen Modelinie German Garment interviewt haben soll. Die macht er übrigens zusammen mit Killian Kerner und Matthias Schweighöfer. Aber sonst war ja nichts…

Wir können es einfach nicht auf den Punkt bringen. Drei Tage Mode in Berlin sind einfach der Wahnsinn. Karl-Heinz Müller hat sich mal wieder selbst übertroffen und das Credo der Stunde ist, einen Flug für den 07. Und 09. Juli zu buchen. Dann steht Berlin wieder ganz im Zeichen der urbanen Mode – Bread & Butter sind das Hors d’oeuvre jeder modischen Speisekarte.
Wer spricht denn heute noch über die Fashionweek?






Bilder via breadandbutter.com

Sonntag, 27. Dezember 2009

Alle Jahre wieder

Es ist doch wirklich immer das gleiche: Man mampft, frisst, schaufelt, beißt, kaut und stopft auch noch den letzten Bissen in sich hinein: Weihnachten- das Fest der Völlerei!
Doch spätestens heute ist die festliche Stimmung vorbei und neben Übelkeit und Völlegefühl zeigt die Waage das wahre Ausmaß vom 3-Tage-Powerfressen an.

Dass man auch rund(um) glücklich sein kann, beweist die kürzlich erschienene Autobiografie HUNGRY von Chrystal Renn, dem gefragtesten Plus-Size Model der Welt. Als Muse von Jean-Paul Gaultier, aber auch in kommerziellen Kampagnen von Mango machte sie von sich reden. Doch fast wäre alles anders gekommen: Mit 14 Jahren wurde sie von einer Modelagentur in Florida entdeckt, die sie nur unter einer Bedingung unter Vertrag nahm: Abspecken! Das Mädchen hungerte und verlor innerhalb eines Jahres 35 kg, das heißt gut 40% ihres Körpergewichts, um die perfekten Maße zu erreichen. Wie sie es schaffte aus dem Diktat der Modebranche auszubrechen und trotzdem den Traum einer Modelkarriere zu leben, berichtet sie in dem 247 Seiten starken Werk, bei dem man sich hier und da ein paar mehr Fotos gewünscht hätte.

Doch was zählt ist ihre Botschaft und die ist ganz simpel: Steh zu dir, egal wie du aussiehst! Das von einem XXL-Model zu hören, macht besonders Mut und ist wahrlich authentischer als von einem dünnen Modepüppchen à la Heidi Klum. Winterblues und depressive Nach-Weihnachtsstimmung ade!

Chrystal Renn: HUNGRY „Ich wollte essen. Aber ich wollte auch in der Vogue sein.“, HEYNE Verlag







Bilder via rp-online.de und randomhouse.de

Freitag, 13. November 2009

Auf die Plätze, fertig, los!


Kratzen, kneifen, spucken, beißen: Morgen ist es wieder soweit- H&M präsentiert nach Lagerfeld, Cavalli und Co. die neueste Design-Kollaboration mit dem malaysischen Schuhdesigner Jimmy Choo. Taschen, Kleider, Hemden aber vor allem Schuhe, so weit das Auge reicht ( vorausgesetzt man erhascht überhaupt einen Blick)! Jimmy Choo ist spätestens seit Sex and the City ein Begriff und sorgt immer wieder durch atemberaubende, teilweise untragbare Schuhkreationen für Aufsehen. Mittlerweile ist Tamara Mellon, Accessoire-Chefin der britischen Vogue und Mitbegründerin des Labels, für die kreative Leitung verantwortlich. Für H&M entwarf sie erstmals auch Herrenkleidung. Doch auch das schwedische Modeimperium wagt sich in neue Sphären vor, denn noch nie zuvor hat es mit einem reinen Accessoire-Hersteller kooperiert.
Wie auch immer- wir freuen uns über die gelungene Zusammenarbeit, die ein bisschen mehr Glanz und Glamour in die 200 ausgewählten H&M Filialen bringt. Unsere Favoriten sind definitiv die Leder-Overknees, das Pailetten-Minikleid und ganz besonders die knallpinke Pochette. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Am besten gefallen hat uns allerdings der kleine Benimmregel-Guide auf h&m.com, der vorsorglich das Shoppingverhalten von kaufsüchtigen Jimmy Choo-Verrückten zu reglementieren versucht. Aus dem Chaos der letzten Male hat man offensichtlich gelernt. Aber mal ganz ehrlich, kreischende Shopping-Biester mit ein paar rationalen Vorschriften zu stoppen ist unmöglich- und das ist ja auch eigentlich gar nicht erwünscht.

Deshalb lautet unser Kommando:
Mädels, Ellebogen raus und auf in die Schlacht!






Bilder via http:// lifestyle.excite.de

Mittwoch, 4. November 2009

Olivier Theyskens vs. Peter Copping

Es hat lange gedauert, bis wir es wirklich realisieren konnten: Olivier Theyskens verlässt Nina Ricci. Die Herbst/Winter 2009-Kollektion sollte seine letzte gewesen sein. Wie schon zuvor bei Rochas wurden seine Entwürfe für ,,nicht kommerziell genug’’ befunden. Wieder einmal räumt er das Feld und lässt uns traurig zurück. Und das nach seiner letzten Kollektion, die einfach grandios war. Von Kritikern gelobt. Von allen anderen auch. Aber es nützte nichts. Gespanntes Warten auf die neue Kollektion von Nina Ricci folgte.

,,Der Neue’’ war schon da. Peter Copping, ehemals Chefassistent von Marc Jacobs bei Louis Vuitton. Für die Saison Frühjahr/Sommer 2010 entwarf er Stufenröcke und transparente Tops. Aus Lagen von Seide und Spitze kreierte er zerbrechliche Kleider. Innovationen suchten wir jedoch vergebens. Kommerzieller arbeitet er auf jeden Fall. Doch darunter musste das Design offenbar leiden.


Zum Vergleich.  Links: Olivier Theyskens für Nina Ricci (AW 09), Rechts: Peter Copping für Nina Ricci (SS 10)













Bilder via http://www.style.com

Dienstag, 3. November 2009

HAPPY BIRTHDAY, ANNA!


Auch wenn wir ihren diktatorischen Herrschaftsstil bei der amerikanischen Vogue nicht sonderlich mögen, der Geburtstagsgruß gehört einfach zum guten Ton:
Anna, alles Gute zum 60. !
Seit nun mehr als zwei Jahrzehnten regiert sie die Modewelt, erst bei Harper‘s Bazaar, dann bei der britischen und schlussendlich bei der amerikanischen Vogue. Dort sitzt sie bis heute und hält entgegen allen Gerüchten weiter an ihrem Modethron fest. Ihr Markenzeichen, die typische ‚Pony mit Bob‘ Frisur, ist bereits jetzt schon legendär und regt immer wieder zur Nachahmung an. Uns hat besonders diese Variante von Mario Testino gefallen.

In diesem Sinne: CHEERS!




































Bilder via cyanatrendland.com und editorialpursuits.files.wordpress.com

Sonntag, 1. November 2009

Die Circle Scarf Gang

Ist es ein Kleid ? Ein Rock ? Oder doch ein Bolero?
Um das ganz eindeutig zu sagen, ist ein geschultes Auge gefragt. Das verblüffende Ergebnis: Es ist ein Schal! Um genau zu sein:
Der Circle Scarf von American Apparel.
Und der mutiert zum wahren Alles-Könner. Beim Kauf bekommt man gleich einen „How to wear it“-Guide dazu, quasi als Bedienungsanleitung für die neun verschiedenen Möglichkeiten, ihn zu tragen. Doch wir sind überzeugt: Da geht noch mehr.
Denn neben der Styling Vielfalt wartet der Circle Scarf auch mit einer bunten Farbpalette auf. Eigentlich ist alles dabei- von knallpink über grau bis hin zum trashigen 90er-Jahre Batik-Muster.

Wir arbeiten übrigens nicht für American Apparel, bekommen leider auch kein Geld für solche Äußerungen und erst recht haben wir uns nicht über einen kleinen Goodiebag gefreut, mit der Bitte, eine Empfehlung für den Circle Scarf zu schreiben. Es ist einfach nur so: Wir lieben den Circle Scarf. Und damit sind wir nicht allein: Auch unseren Modemädels gefällt das Multifunktions-Stück so sehr, dass wir sie alle baten, für uns zu posieren. Voilà!


Wenn wir jetzt die Glamour wären, würden wir sagen, „ der Circle Scarf ist das Must-Have der Saison“. Da wir aber nicht die Glamour sind, verweisen wir einfach stillschweigend auf DER LETZTE SCHREI des Monats November.

Freitag, 30. Oktober 2009

COLOGNE CATWALK



Im Rahmen der ART.FAIR 21 in Köln präsentierte der daab Verlag gestern Abend den zweite Cologne Catwalk. Unter dem Motto ,,Art meets Fashion’’ zeigten zehn internationale Designer ihre Kollektionen. Darunter befanden sich vor allem neue Talente aus Dänemark, den Niederlanden, Irland und Deutschland. Der Verlag legte bei der Auswahl der Designer besonderen Wert auf die Schnittstelle zwischen Mode und Kunst. Schon mit Publikationen wie ,,Young European Fashion Designers’’ und ,,Young Fashion Designers Americas’’ stand kreatives Potenzial und unkonventionelle Mode im Vordergrund. Und das konnte man gestern deutlich erkennen. Wir waren hellauf begeistert von den Kollektionen und können die Veranstaltung fürs nächste Mal nur weiterempfehlen. Ein Hoch auf die Designer!

Den Anfang machte Úna Burke aus Irland. Die Designerin absolvierte ihren Master am London College of Fashion in Fashion Artefact. Dementsprechend sind ihre Kollektionsteile als Modeartefakte zu verstehen. Die Skulpturen wurden aus fleischfarbenem Leder um den Körper der Frau geformt und hinterlassen auf uns einen leicht medizinischen Eindruck. Wer jetzt wieder laut ,,Untragbar!’’ aufschreit hat nicht ganz recht – Einzelteile der Stücke bieten wundervolle Accessoires.




Die gebürtige Hamburgerin Kim Berit Heppelmann räumte mit ihrem Label Kimberit bereits einige Preise ab. Mit ihrer Kollektion ,,The Dynamic of a dress’’ zeigte sie die Abhängigkeit von Körper, Bewegung, Material und Form. Inspiriert von der Natur und der Meereswelt kreierte sie Kleider aus hellen, fließenden Stoffen. Die Stücke bestanden meist aus nur einem Stück Stoff, dass aufwändig drapiert wurde, um zu viele Nähte zu vermeiden und den Tragekomfort somit angenehmer zu machen.




Trine Hav aus Dänemark absolvierte im Jahr 2008 ihren Bachelor in Modedesign und präsentierte gestern Abend nochmals ihre Abschlusskollektion. Der Designerin zufolge, ließ sie sich von Picassos Kubismus inspirieren und definierte diesen anschließend neu. Es entstanden sehr räumlich wirkende Kreationen mit rechteckigen, kantigen Silhouetten, bei denen der Fokus auf der Betonung der Schultern lag. Wir lieben Schulterpolster und diese kastige Form hat gute Chancen unser neuer Favorit zu werden.




Unsere Münder standen offen, als die Dänin Anne Skovgaard Scholer ihre Kollektion präsentierte. Das Besondere: kunterbunte Farben und kunterbunter Materialmix. Die Mischung aus Kindermotiven wie Bäumen und Kühen, bunten Halskrausen und dicken Fellbommeln ließen hier und da den Gedanken an lustige Clowns zu. Den Höhepunkt bildete das Outfit mit passender Schweinemaske als Accessoire, das jedem Zuschauer ein Lachen auf die Lippen zauberte. Endlich einmal eine Kollektion mit Humor.




Dänemark die Dritte: die Designerin Kristina Schäuble vereinte den Kontrast von neuem Volumen und Körpernähe in ihrer Kollektion. Aus dicken Stoffen wie Samt und handgearbeitetem Strick in erdigen Tönen entstanden skulpturale und grafische Silhouetten, die an die symmetrischen Formen von Käfern und Ungeziefer erinnern. Leichte Jerseystoffe, die sich eng an den Körper anschmiegen, bildeten dazu den Kontrast. Mit dieser Kollektion kann man eisigen Wintertagen optimistisch entgegensehen.

              


Der studierte Modedesigner Martin Barslund Hedegaard aus Dänemark präsentierte gestern Abend seine Herbst/Winter Kollektion ,,Fictional Remake’’. Inspirieren ließ er sich dafür von den futuristischen Filmen der 80er Jahre. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Eine reine Männerkollektion mit Motorradanzügen, Sicherheitskleidung und Rüstungen aus steifem, schwerem Leder und verbraucht aussehenden Stoffen. Insgesamt eine düstere Stimmung und gefährlich wirkenden Models. Angst! Aber gut!

       


Andrea Kristic erhebt in ihren Kollektionen den Anspruch, die moderne europäische Frau, die zunehmend an Stärke und Macht gewinnt, zu thematisieren. Zu diesem Zweck entwirft die Designerin aus den Niederlanden Kollektionen mit klaren Silhouetten und geometrischen Formen. Hierbei gefielen uns besonders die kantig-betonten Schultern und Hüften.




Die Dänin Stine Ladefoged präsentierte ihre Master-Abschlussarbeit ,,Narcissism is calling’’. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Strickkleidung, die aufwändig verarbeitet wurde. Inspiriert durch die postmoderne Architektur kreierte die Designerin skulpturale Kleidungsstücke. Das Besondere sind die Techniken: Variation von Volumen und Struktur, die Kombination aus dickem und dünnem Garn und das Drapieren der Materialien. Wir möchten bitte . . . alles!




Und noch eine Extraportion Ironie und Humor. Vigdis Johnson präsentierte mit ihrem Modelabel Hot Friture die Kollektion ,,The Dating Collection’’. Die Outfits lagen irgendwo zwischen niedlicher Kellnerin, verschlafenem Heinzelmännchen, überzeichnetem Bauarbeiter und kindlichem Matrosen. Den krönenden Abschluss bildete eine zuckersüße Sahnetorte getarnt als Kleid.




Nach einer kurzen Pause bildete der deutsche Designer Kilian Kerner den Star des Abends. Er präsentierte seine aktuelle Kollektion für den Sommer 2010 ,,Tagebucheinträge’’. Leider konnten uns die Damenentwürfe des etablierten Designers nicht ganz überzeugen, dafür waren die Outfits der Herren umso besser: übergroße Sakkos zu kurzen, engen Shorts, die schon fast wie die guten alten Radlerhosen aussahen. Unser Lieblingsoutfit: Das schwarze Sakko mit silbernen Ärmelumschlägen zur silbernen, kurzen Hose. Fabelhaft!





 
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